HU-Pressemitteilung: Humanistische Union stellt Regensburger Bischof Müller ein Ultimatum zum Widerruf seiner Verleumdungen
18.03.2010
Pädophilie/Pädosexualität: Bundesvorsitzende der Humanistischen Union e.V. Prof. Dr. Rosemarie Will wendet sich gegen eine Dämonisierung von Straftätern und eine Kriminalpolitik der Angst
Zitate: Die Bürgerrechtsorganisation habe sich mit den Argumenten der Befürworter pädophiler Beziehungen auseinander gesetzt, diese aber verworfen. Gleichwohl wende sich die Bürgerrechtsorganisation gegen eine Dämonisierung von Straftätern und eine Kriminalpolitik der Angst: "Es hilft am Ende weder den Opfern noch der Gesellschaft", so Frau Will, "wenn wir den Missbrauch von Kindern allein mit den Mitteln des Strafrechts bekämpfen wollten und die Täter dämonisieren." Der frühere Arbeitskreis Sexualstrafrecht(AKS) in der HU hatte sich damals für eine Liberalisierung von pädophilen Beziehungen ausgesprochen...
Bürgerrechtsorganisation weist Unterstellungen über angebliche Befürwortung pädophiler Handlungen zurück und fordert Regensburger Bischof Müller zu einem klaren Dementi auf
Die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union (HU) weist eine mutmaßliche Verleumdung durch den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller aufs schärfste zurück. Medienberichten zufolge hatte der Bischof die HU als "eine Art Freimaurervereinigung" bezeichnet, die "die Pädophilie als normal ansehe". Das Bistum Regensburg verweigerte am Freitag auf Nachfrage eine Stellungnahme zu dem Zitat. Die Humanistische Union fordert Bischof Müller auf, die ihm zugeschriebene Aussage bis Montag, den 15. März 2010 zu widerrufen. Sollte der Regensburger Bischof dieser Aufforderung nicht nachkommen, behält sich die Bürgerrechtsorganisation rechtliche Schritte vor.
Zu den Vorwürfen erklärt die Bundesvorsitzende der Organisation, Prof. Dr. Rosemarie Will: "Sollten sich die mutmaßlichen Äußerungen des Bischofs bestätigen, dann markiert dies einen neuen Tiefpunkt in der Debatte darum, wie die Kirche mit den Fällen sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen umgeht. Seit Wochen wird die Öffentlichkeit mit immer neuen Fällen konfrontiert. Es läge jetzt in der Verantwortung des Bischofs, dafür Sorge zu tragen, dass jene institutionellen Bedingungen behoben werden, die solche Übergriffe bzw. ihre Vertuschung begünstigt haben." Der Versuch, einer um Aufklärung und Ahndung bemühten Justizministerin und der Humanistischen Union eine (Mit-)Schuld am Versagen der Kirchen anzudichten, sei ein trauriges Ablenkungsmanöver.
Zum Inhalt der Behauptungen stellt Prof. Will klar: "Es ist abwegig, der Humanistischen Union eine Förderung oder Begünstigung pädophiler Handlungen unterschieben zu wollen. Die Humanistische Union bekennt sich klar zum Schutz Minderjähriger vor sexuellen Übergriffen und zur strafrechtlichen Verfolgung der Täter." Die Bürgerrechtsorganisation habe sich mit den Argumenten der Befürworter pädophiler Beziehungen auseinander gesetzt, diese aber verworfen. "Wir haben als Verband eine klare Position bezogen, wo die Grenze für legitime sexuelle Handlungen von Erwachsenen liegt. Wir gehen davon aus, dass es eine 'einvernehmliche Sexualität' zwischen Kindern und Erwachsenen nicht geben kann."
Gleichwohl wende sich die Bürgerrechtsorganisation gegen eine Dämonisierung von Straftätern und eine Kriminalpolitik der Angst: "Es hilft am Ende weder den Opfern noch der Gesellschaft", so Frau Will, "wenn wir den Missbrauch von Kindern allein mit den Mitteln des Strafrechts bekämpfen wollten und die Täter dämonisieren." Sie fügte hinzu: "Die Kirche setzt die ihr verbleibende moralische Integrität aufs Spiel, wenn sie mit dem Ressentiment der Anormalität Pädophiler Stimmung macht."
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Zu diesem Thema hat auch der dubiose "Kinderschutzverein" CareChild mit Sitz in Münster einen "Artikel" veröffentlicht. Darin greift dieser die Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, die Humanistische Union, die AHS e.V. sowie das Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Fritz Sack, den damaligen Vorsitzenden der HU Reinhard Mokros und die Politikerinnen der Grünen Claudia Roth & Renate Künast sowie Daniel Cohn-Bendit auf bösartige Weise an. Die K13online Redaktion hat alle oben genannten Parteien, Ministerien und Politiker über diesen CareChild Artikel informiert. Darin haben wir alle Geschädigten gebeten, die Inhalte und Äußerungen auf Strafbarkeit zu prüfen. Wir gehen davon aus, dass alle Betroffenen rechtliche Schritte einleiten werden. Weitere Hintergrundinfos zu CareChild finden Sie auf unseren Webseiten in den Archiv. STOPPT "CareChild" !
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Kommentare
HU & AHS Tagungen
von K13online am 17.03.2010
Tagung DER ARBEITSGEMEINSCHAFT HUMANE SEXUALITÄT (AHS) UND DEM ARBEITSKREIS SEXUALSTRAFRECHT DER HUMANISTISCHEN UNION (HU)
ZUM THEMA: Tagung "Sexualität und Recht" AM 15.11.2003 in Mainz
Die Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität e. V. (AHS) veranstaltete am Samstag, den 15.11.2003 in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Sexualstrafrecht der Humanistischen Union (AK-S / HU) eine Fachtagung zum Thema "Sexualität und Recht" in Mainz. Die Tagung dauerte von 9 Uhr bis 18 Uhr, es kamen dabei sechs Referenten zu Wort: http://www.ahs-online.de/2003.html
Stellungnahme der AHS e.V. aus 2004
von K13online am 17.03.2010
29.07.2004
AHS: Keine Meinungsfreiheit mehr in Bayern?
Zur Berichterstattung der ARD-Sendung "Report aus München" des Bayerischen Rundfunks vom 19.07.04 und der Presseerklärung des Bayerischen Familienministeriums vom 21.07.04 stellt die AHS fest:
Bei dem von Report aus München angegriffenen Positionspapier "Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen" handelt es sich um eine Diskussionsgrundlage. Schon in den Vorbemerkungen heißt es ausdrücklich, dass der Diskussionsstand nicht abgeschlossen ist. Das Papier stellt unkonventionelle und streitbare Standpunkte dar; dies auch, um kritische Denkanstöße zu geben und den Leser zum Nachdenken zu animieren.
Die AHS ist zu einer sachlichen Diskussion der Inhalte des Positionspapiers stets gern bereit. Bereits aber die Anmoderation durch den Moderator Andreas Bönte, in der er den Bericht über die Positionen der AHS mit dem Satz: "Wenn man so etwas hört, bekommt man einen Brechreiz." ankündigte, zeigt, dass Report aus München das Erzeugen negativer Emotionen statt sachliche Auseinandersetzung bezweckt. Dem Zuschauer bereits vor Beginn der Berichterstattung mit drastischen Worten einzureden, was er gefälligst zu denken hat, ist geradezu ein Schulbeispiel für unseriöse Meinungsmanipulation.
Auf gleiche Art und Weise setzt sich die Berichterstattung über einen Pädagogen fort: Nicht strafrechtliche oder dienstrechtswidrige Handlungen werden ihm vorgeworfen, sondern die bloße Mitgliedschaft im Kuratorium der AHS sowie das angebliche Vertreten einer bestimmten Auffassung; um so unverständlicher ist es, dass überhaupt der Dienstherr des beamteten Kurators durch Report mit den "Vorwürfen" konfrontiert wurde. Hier liegt der Verdacht nahe, dass es dem Bayerischen Rundfunk darum geht, durch Ausüben von medialem Druck die Stadtverwaltung München zu Maßnahmen zu zwingen, die beamtenrechtlich mangels Dienstpflichtverletzung rechtswidrig wären.
Journalismus auf dem hier erlebten Niveau ist dazu geeignet ein gesellschaftliches Klima geschaffen, in dem die Diskussion bestimmter unerwünschter Positionen nicht mehr möglich ist, weil Diskussionsteilnehmer nicht mehr angehört, sondern vom gesellschaftlich Mächtigeren niedergemacht werden. Ein solches Klima gefährdet das Grundrecht auf Meinungsfreiheit.
Offenbar scheinen aber in Bayern nicht nur beim Bayerischen Rundfunk merkwürdige Auffassungen über Grundrechte zu herrschen, sondern auch in der Staatsregierung. Mit Presseerklärung vom 21.07.04 lässt die bayerische Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christa Stewens, unter dem Titel "Ansinnen der Arbeitsgemeinschaft ist pervers" verlautbaren: "Mir ist auch schleierhaft, wie eine Arbeitsgemeinschaft mit derart sittenwidrigen Zielen bestehen kann. Dies werden wir juristisch prüfen. Hierfür fehlt mir jegliches Verständnis".
Derartige Äußerungen weist die AHS mit völligem Unverständnis und großer Verärgerung zurück. Es ist mit den Grundsätzen einer Demokratie unvereinbar, dass Positionen von Vereinen auf Vereinbarkeit mit irgendwelchen Sitten überprüft werden - die Legitimität eines Vereines ist nicht vom Segen einer Ministerin abhängig. Die Meinungsfreiheit aus Artikel 5 Grundgesetz dient auch und gerade dem Schutz von Minderheitenpositionen.
Abschließend sei bemerkt, dass es keineswegs Vereinsziel der AHS ist, sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern zu legalisieren. Zweck des Vereines ist es nach §2 der Satzung, die Humanisierung der Sexualität dadurch zu fördern, dass von einem wissenschaftlichen Verständnis von Sexualität ausgehend Benachteiligungen auf Grund der sexuellen Orientierung beseitigt werden.
Vor diesem Hintergrund
hat die AHS in den letzten Jahren Tagungen zum Thema Rechte der Prostituierten oder Selbstbefriedigung durchgeführt, bietet die AHS ein Hilfetelefon an, an dem eine ehrenamtliche Helferin für alle Menschen zur Verfügung steht, die Probleme mit ihrer Sexualität haben und keinen Ansprechpartner finden.
befasst sich die AHS unter anderem auch mit dem Thema Pädophilie und den Problemen pädophil veranlagter Menschen, die sich diese Neigung ebenso wenig wie alle anderen Menschen ausgesucht haben. Die AG Pädophilie (seit 1997 Fachgruppe der AHS, vorher beim 1995 aufgelösten Bundesverband Homosexualität angegliedert) versucht, durch Förderung der Selbsthilfearbeit diese Menschen psychisch zu stützen.
Der Arbeitskreis Sexualstrafrecht der Humanistischen Union e.V. stellt mit Sorge fest, dass in letzter Zeit immer neue herabsetzende und unqualifizierte Vorwürfe gegen Selbsthilfegruppen Pädophiler erhoben werden. Eine vorläufige Spitze stellen hierbei die Internet-Veröffentlichungen des Vereins [email protected] e.V. dar. Es wird dort behauptet, es handele sich bei der AG-Pädophilie, Fachgruppe der AHS und den regionalen Selbsthilfegruppen um Versammlungen Pädokrimineller. Weiterhin wird Pädophilie mit Pädo-Kriminalität gleichgesetzt und als niederer Instinkt bezeichnet. Zu diesen nicht beweisbaren Äußerungen verabschiedet der Arbeitskreis Sexualstrafrecht der Humanistischen Union e.V. folgende Resolution:
Die Bezeichnung der Mitglieder der AG-Pädophilie, Fachgruppe der AHS und der regionalen Selbsthilfegruppen als "Pädokriminelle" entbehrt jeglicher Grundlage. Die Gruppen verfolgen nach ihrer erklärten Absicht keinerlei kriminelle Aktivität. Das Ziel der Selbsthilfegruppen ist es, pädophilen Menschen eine Plattform zu geben, auf der sie über ihre Ängste und Nöte diskutieren können. Sie tragen mit dazu bei, das Selbstwertgefühl pädophiler Menschen zu erhöhen und geben ihnen die Möglichkeit, gemeinsam ihr Verhalten zu reflektieren. Daher dienen diese Selbsthilfegruppen auch dem Kinderschutz, was im öffentlichern Interesse der Gesellschaft liegt. Sie dürfen daher nicht diskriminiert werden.
Ferner ist es inakzeptabel, pädophile Menschen generell als Pädo-Kriminelle zu bezeichnen und ihnen einen niederen Instinkt vorzuwerfen. Bei der Pädophilie handelt es sich um eine sexuelle Neigung, die sich die betroffenen Menschen nicht selbst ausgesucht haben.
Die Internet-Veröffentlichung des Vereins [email protected] e.V. diskriminiert die Pädophilen als sexuelle Minderheit. Daher fordert der AK SexStrafR der HU e.V. [email protected] e. V. auf, die entsprechenden Seiten aus dem Internet zu entfernen. Texte wie diese können nur in einem Klima entstehen, in dem ein Großteil der Medien in emotionaler und unsachlicher Art und Weise die Pädophilie verurteilen, ohne sich näher mit der Vielfalt pädophiler Lebensweisen auseinandergesetzt zu haben. Die deutschen Medien werden daher aufgerufen, ihre populistische Berichterstattung zu beenden und den Weg frei zu machen für eine ideologiefreie, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen Pädophilie.